03.05.0915:04Alter:3 Jahre

Bericht FL Bezirksausflug Pinzgau

Kategorie: Archiv

Pinzgauer Bezirksausflug der Fleckviehzüchter

in den Lungau

Heuer war es wieder soweit, der alle zwei Jahre stattfindende Bezirksausflug der Pinzgauer Fleckviehzüchter stand wieder auf dem Programm.
Am Sonntag, 3. Mai um 7.30 Uhr ging die Fahrt in Mittersill los und bis zur letzten Zustiegsstelle in Eschenau war der Bus bis auf den letzten Platz besetzt. 68 Personen meldeten sich für die Besichtigung der zwei Mitgliedsbetriebe des RZS an.

Pünktlich um 10.00 Uhr, aber mit kleinem Umweg, kamen wir am Biobetrieb Brandstätter Peter, Urbanbauer in St. Michael an. Peter sen., seine Frau Serafine, Peter jun. und ihre Praktikantin begrüßten uns herzlich, anschließend wurde uns von Peter sen. der Betrieb vorgestellt.

Der Urbanbauer liegt auf 1.070 m Seehöhe. 2004 wurde ein neuer Laufstall für ca. 40 Milchkühe und die Nachzucht (ca. 60 Stück) gebaut. Untypisch für den Lungau und das raue Klima im Winter ist, dass sich Familie Brandstätter dafür entschieden hat, einen Kaltstall zu bauen. Diesen Winter konnten im Stall einmal - 5° Celsius gemessen werden - Probleme mit den Wasserleitungen haben sie nicht - vorausschauend wurde überall eine Heizung eingebaut, sogar im Tränkbecken. Auch der Melkstand ist mit einer Fußbodenheizung ausgestattet.

Der Stalldurchschnitt für 2008 lag bei 8.091kg mit 4,20 Fett und 3,33 Eiweiß. Das Milchkontingent  (A- und D-Quote) beträgt 287.640kg.

Insgesamt werden ca. 64 ha gemäht, wobei fast die ganze Fläche drei-schnittig ist. Bei unserem Betriebsbesuch war einer von den drei Fahrsilos noch nicht verfüttert. Letztes Jahr reichte der Silo bis Ende Juli (!!!) - auf die Alm kommt nur die Nachzucht (reine Futterfläche 96ha) - die Milchkühe bleiben im Stall und werden gefüttert.

Im Anschluss an die Stallbesichtigung durften wir auch noch die mit Liebe zum Detail ausgestatteten Ferienwohnungen im Haus begutachten - Urlaub am 4-Blumen Bauernhof wird zusätzlich angeboten.

Für das leibliche Wohl war auch bestens gesorgt - Fini verwöhnte uns mit belegten Broten, zahlreichen Kuchensorten, Kaffee und „gekühlten Getränken". Eigentlich wäre es nach dieser Catering-ähnlichen Bewirtung nicht mehr notwendig gewesen, Mittagessen zu gehen - allerdings hatten wir beim Gasthof Gambswirt  in Tamsweg bereits reserviert und so fuhren wir vom ersten Mittagessen zum Zweiten.
Das 4-Gänge-Menü wurde von einigen Reiseteilnehmern gleich auf 2 Gänge minimiert - vielleicht bereits vorausschauend - als wir nach drei Minuten Busfahrt beim Betrieb Prodinger ankamen war auch hier schon Kaffee und Kuchen vorbereitet!

Beim Betrieb Roswitha und Leonhard Prodinger erwartete uns bereits die ganze Familie. Nachdem der vorbereitete Betriebsspiegel und eine Auflistung der Milchkühe ausgeteilt war, stellte Leonhard Prodinger, welcher im Fachausschuss Fleckvieh und im Vorstand des RZS ist, seinen auf 1.030 m Seehöhe liegenden Betrieb vor.

Der Betrieb befindet sich seit 1464 im Besitz Prodinger. Im Jahre 1998 haben Roswitha und Leonhard die Landwirtschaft übernommen und bereits ein Jahr später wurde der alte Rinderstall in einen Liegeboxenlaufstall umgebaut bzw. wurde auch neu zugebaut.

Seit 1994 wird der Betrieb biologisch geführt. Das Milchkontingent (inkl. Alm und D-Quote) beläuft sich auf 218.770kg. Insgesamt sind ca. 80 Tiere am Betrieb, davon 26 Milchkühe mit einem Stalldurchschnitt (2007/2008) von 9.713kg bei 4,08 Fett; 3,30 Eiweiß und 716 Fett-Eiweiß kg.

Neben den Rindern befinden sich auch 2 Zuchtstuten der Rasse Noriker-Tiger am Betrieb, welche vom Austragbauern Leonhard sen. betreut werden.

Die Eigentumsfläche laut Einheitswert beträgt 238,16 ha, davon fallen 24,24 ha auf Grünlandflächen und 17,17 ha Ackerfläche. Gepachtet wurden insgesamt 6,86 ha. 15,9 ha der Grünlandflächen sind drei-schnittige Steilflächen, die ebenen Flächen werden für das Ackerland (Saatkartoffel und Feldfutterbau) verwendet.
Die Fläche der Almen beträgt 152ha - gealpt werden das Jungvieh sowie die altmelkenden bzw. trockengestellten Kühe. Frischmelkende Kühe werden im Sommer im Stall gefüttert.

Auf dem großzügig gebauten Auslauf wurden uns im Anschluss an die Stallbesichtigung die Tiere vorgestellt - auch erfolgreiche Schautiere waren unter den Kühen wiederzufinden. BIENE, die älteste Kuh am Betrieb, wird voraussichtlich in dieser Laktation die 100.000l Marke erreichen.

Nach der Vorführung dieser leistungsstarken und fitten Tiere wurden wir von den Töchtern der Familie Prodinger mit selbstgemachten Joghurt, Fruchtsäften, Kaffee und Kuchen versorgt. Es war auch hier wieder so viel vorbereitet, dass sogar bei einer Reisegruppe von 68 Personen noch etwas übrig blieb!!

Um ca. 17.30 Uhr traten wir die Heimreise über den Radstädter Tauern an. Während der Busfahrt wurde noch ausgiebig über die neu gewonnenen Eindrücke gesprochen - Resümee des Tages war, dass wir zwei wirklich interessante Mitgliedsbetriebe besichtigen durften, die mit viel Fleiß und Wissen ihre Höfe bewirtschaften.

Gedankt sei an dieser Stelle der Familie Brandstätter und der Familie Prodinger VIELEN HERZLICHEN DANK dass ihr uns eure Stalltüren geöffnet, und uns mehr als großzügig bewirtschaftet habt!!!

Nicht zu vergessen ist auch das Busunternehmen Gassner, das uns bisher immer sicher zum Reiseziel und zurück chauffiert hat und danke auch dem Bezirksobmann Toni Hörbiger, immer wieder gelingt es ihm, ein interessantes und gelungenes Programm zusammenzustellen.

Ankunft am ersten Betrieb, Brandstätter Peter, Urbanbauer, St. Michael

Betriebsvorstellung durch Peter Brandstätter

Der 2004 neu erbaute Kaltstall...

... mit Auslauf.

Stallbesichtigung


Die drei Fahrsilos waren bis zu 3,5m hoch.


Für das leibliche Wohl war auch bestens gesorgt!

OHNE WORTE

Ein kleines Dankeschön für Fam. Brandstätter

Mittagessen beim GH Gambswirt

Begrüßung und ...

... Betriebsvorstellung durch Leonhard Prodinger


Stallbesichtigung


Ein großzügiger Auslauf erhöht den Kuhkomfort!

Leonhard stellte uns seine Tiere vor

Biene, schafft voraussichtlich in dieser Laktation die 100.000l Marke

Eine der Zuchtstuten der Rasse Noiker-Tiger

... und schon wieder essen

Da "Reitmann Xanner" - darf bei so einem Ausflug natürlich nicht fehlen!!

Sogar die ganz kleinen waren schon dabei - die 1-jährige Katharina Embacher!

Auch der Familie Prodinger sei gedankt

Auf gehts nach Hause.