Salzburger Verbandsrinderschau
Salzburg feiert seine RinderzüchterInnen
Verbandsrinderschau am 8. & 9. Mai 2010 in Maishofen - ein Festtag der Rinderzucht!
Alle fünf Jahre führt der Rinderzuchtverband Salzburg seine Landesschau aller angehörigen Rassen durch. Bei den Milchkühen sind dies die Rassen Fleckvieh, Pinzgauer und Holstein und bei den Fleischrindern die Rassen Fleckvieh, Pinzgauer, Charolais, Limousin, Weiß Blaue Belgier und Schottische Hochlandrinder.
Bei der Rasse Pinzgauer war es zudem eine Bundesschau mit Beteiligung aus Tirol und Kärnten.
Die Landesschau wird alle fünf Jahre durchgeführt, zum einen um den Zuchtfortschritt zu dokumentieren und zum anderem eine entsprechende Werbeplattform für die angehörigen Mitgliedsbetriebe aufzuzeigen. Dies deshalb, da der Rinderzuchtverband Salzburg und seine 100% Tochterfirma Erzeugergemeinschaft Salzburger Rind GmbH jährlich zwischen 32.000 und 35.000 Rinder vermarkten. Davon werden jährlich über 4.500 Zuchtrinder (nahezu ausschließlich abgekalbte Kühe) in Maishofen vermarktet. Diese Vermarktungszahlen sind im Verhältnis zur Herdebuchkuhpopulation von 31.500 Kühen insgesamt ein sehr hoher Prozentsatz an vermarktungsfähigen Tieren und ein wesentlicher Bestandteil der Wertschöpfung der Salzburger Rinderzüchter.
Die Verbandsrinderschau wurde an zwei Tagen abgehalten:
Am Samstag stand zuerst die Jubiläumsfeier „20 Jahre Fleischrinderzucht in Salzburg" am Programm. Der Obmann der Fachabteilung Fleischrinder Benedikt Rainer und die beiden GF Bruno Deutinger und Thomas Edenhauser berichteten aus der Organisation. Obmann Benedikt Rainer hielt einen Rückblick auf zwanzig Jahre Fleischrinderzucht in Salzburg.
Im Anschluss wurden vom Verbandsobmann ÖR Martin Innerhofer und Obmann Rainer verdiente Persönlichkeiten rund um die Salzburger Fleischrinderzucht geehrt. So erfuhren die vorhergehenden Geschäftsführer Ing. Mathias Schnitzhofer, Dr. Josef Lederer und DI Jakob Mitteregger und verdiente Funktionäre eine entsprechende Würdigung ihrer wertvollen Aufbauarbeit.
Im Anschluss wurde der Samstag mit einem hochstehenden Jungzüchterwettbewerb abgerundet. Verbandsobmann ÖR Martin Innerhofer konnte vor voller Halle eine begeisterte Jugend zu ihren Leistungen beglückwünschen.
Als Preisrichter für die Jungzüchter und auch für die Milchkühe aller Rassen konnte Dr. Alfred Weidele, GF der Rinderunion Baden Württemberg, und gleichzeitig Milchviehzüchter gewonnen werden. Zügige Entscheidungsfindung und souveräne Kommentierung zollen der Leistung des Preisrichters Respekt. Dr. Weidele hatte am Samstag 60 Jungzüchter und am Sonntag über 200 Schaukühe davon 90 Fleckvieh, 65 Pinzgauer und 45 Holsteinkühe in 27 Gruppen zu richten.
Jungzüchter:
Starke Vorführleistungen und große Begeisterung für ihre Tiere zeichnen die Salzburger Jungzüchter aus.
Vorführsieger bei der Rasse Fleckvieh wurde in beeindruckender Manier der 18 jährige Christian Seber, Hettlgrub aus Bramberg. Bei den Pinzgauern ging der Vorführsieg durch ihre ruhige, souveräne Art an die 17 Jährige Berger Christine, Grub in Saalbach. Nicht zu schlagen bei den Holsteins war die 19 Jährige Schmuck Christine, Müller in St. Martin/Lofer, welche durch Ringpräsenz überzeugte.
Typsieger bei Fleckvieh wurde die enorm entwickelte, fehlerfreie Weinoldtochter Aida von Prodinger Johanna, Proding in Tamsweg. Bei den Pinzgauern holte die frohwüchsige, fundamentstarke Linemantochter Lilo von Schmiderer Christian, Vorderkasbichl in Saalfelden den Typsieger. Erwähnenswert ist hier auch die perfekte Vorführleistung des erst 9 jährigen Christian. Holsteintypsiegerin wurde die ausdruckstarke, feinzellige Zechertochter Strauss vom Vorführer Fussi Daniel aus dem Betrieb Schmuck, Müller in St. Martin/Lofer.
Am Sonntag folgten der Schauwettbewerb der Milchkühe und eine Fleischrinderpräsentation. Weiters wurde eine intensivere Zusammenarbeit des Rinderzuchtverbandes Salzburg, gemeinsam mit der Besamung Klessheim und der Zuchteinheit Genostar (Niederösterreich und Steiermark) bzw. Meggle von GF Ing. Bruno Deutinger verkündet. Die Obmänner und Geschäftsführer dieser Organisationen und der Nationalrat bzw. Kammerpräsident Franz Essl, TZD DI Mitterwallner, Verbandsobmann ÖR Martin Innerhofer stellten sich dem Fototermin zu dieser Kooperationsvereinbarung. Ziel dieser intensiveren Zusammenarbeit im Bereich der Zucht und Besamung sollte die züchterische Weiterentwicklung und eine entsprechende Dienstleistung in allen Bereichen für die Züchter darstellen. Synergieeffekte gilt es zu nutzen.
Fleischrinder:
Dr. Josef Lederer moderierte die Rassenvielfalt der Salzburger Fleischrinderzucht. Bei den Rassen Pinzgauer und Fleckvieh wurden genetisch hornlose Tiere mit besten Mutterkuheigenschaften präsentiert. Die Tiere der Rasse Weiß-Blaue-Belgier zeigten beeindruckend, warum sie in der Kreuzungszucht so stark eingesetzt werden. Die Spezialfleischrassen Limousin und Charolais zeigten volle Bemuskelung mit besten Fundamenten und die Schottischen Hochlandrinderzüchter aus Salzburg zeigten das hohe Niveau ihrer Tiere, welche durch etliche Bundessiege in den letzten Jahren untermauert wurde.
Fleckvieh:
Die Kollektion der 90 Fleckviehkühe teilte sich auf Fleckvieh und Fleckvieh Kühe mit RH Anteil auf. Insgesamt zeigten die Fleckvieh Kühe ein beeindruckendes Bild an gut beeuterten Kühen mit hoher Leistungsbereitschaft. Kühe mit besten Eutermerkmalen und fehlerfreien Fundamenten, hohem Fressvermögen wurden vom Preisrichter favorisiert.
Beeindruckt war Preisrichter Weidele von der enormen Qualität der älteren Fleckviehkühe. So war es auch nicht verwunderlich, dass er aus den Gruppensiegern und Reservesiegern fünf Kühe von der zweiten bis zur fünften Laktation im Ring stehen ließ.
Fleckviehchampion wurde schließlich die enorm körperstarke, dreikalbige Mandltochter Freude mit allerbestem Euter und korrektem Fundament vom Betrieb Seiwald Martha u. Nikolaus, Lindnerhof in Golling.
Zum Reservechampion kürte der Preisrichter die fünfkalbige Wirbeltochter Flora vom Betrieb Schernthaner Franz, Unterhaselsberg in Neukirchen. Flora, im mittleren Rahmen stehend, konnte durch ihre Harmonie und allerbesten Exterieureigenschaften und ausbalanciertem Euter überzeugen.
Den Championtitel der Kühe mit RH-Anteil holte sich die sehr korrekte, euterstarke Induvitochter Dunkl aus dem Betrieb Scheiblbrandner Monika und Josef, Stubner in Bad Hofgastein. Die dreikalbige Dunkl war ihren Kolleginnen in Ausstrahlung, Euterform und Sitz überlegen.
Reservechampion wurde die Erstlingskuh Käfer eine Magirustochter vom Betrieb Viehhauser Rupert, Schwab in Kleinarl. Weidele bescheinigt der überaus harmonischen, korrekt gewachsenen Kuh eine große Zukunft.
Pinzgauer:
Die Kollektion der Rasse Pinzgauer, welche gleichzeitig eine Bundesschau darstellte, konnte mit 65 Kühen ihre Stärken voll ausspielen. Langlebige Kühe mit bis zu 11 Kälbern zeigten die Stärken dieser Rasse. Die Präsentation erfolgte in vier Reinzuchtgruppen, zwei Gruppen mit geringen RH-Anteil und zwei Gruppen mit über 50%RH. Zeigten die Reinzuchtgruppen ein einheitliches Bild der Doppelnutzung, so konnten die Tiere mit RH Anteil durch Leistungsbereitschaft überzeugen.
Bundessiegerin bei den reinrassigen Kühen wurde die 8 kalbige Mandarintochter Sondl von Gruber Rupert, Reit in Grossarl. Sondl strahlte mit ihrer Jugendlichkeit und nach wie vor bestem Erscheinungsbild.
Den Bundesreservesieg holte sich die kapitale, typstarke Rattochter Meran vom Betrieb Wölfler Gabi und Hans, Palfner in St. Johann.
Bei den Kühen mit RH - Anteil konnte sich die überzeugende Stadeltochter Miss vom Betrieb Kirchner Emma und Hermann, Garnhof in Flachau den Bundessieg holen. Miss, mittlerweile in der fünften Laktation, konnte durch ein extrem fest aufgehängtes Euter und hervorragendem Seitenbild punkten.
Der Reservesieger ging nach Tirol zu Reiter Johann, Eichenhof in St. Johann. Die Raultochter Linde strahlte mit einem Spitzeneuter und sehr viel Milchausdruck.
Holstein:
Die Salzburger Holsteinzüchter zeigten ihren enorm hohen Qualitätsstandard ihrer Zuchttiere in einer breiten Masse - konnten doch bei jeder Bundesschau Championtitel eingefahren werden. Für die Endauswahl um den Championtitel stellte der Preisrichter fünf Kühe in den Ring. Die Siegerin der jüngsten Kuhklasse die rote Elayotochter Niki von der Betriebsgemeinschaft Hollaus, Mühlhof-Berndl in Neukirchen. Niki zog die Besucher mit ihrem Ausdruck und dem Spitzeneuter auf sich. Weiters konkurrierte die fehlerfreie, harmonsiche Talenttochter Anna eine weitere Siegerin der Erstlingskühe von der Besitzergemeinschaft Wenger Rupert, Deutinger Christian, Schönhof - Mitterbachl, Maishofen um den Titel. Die Siegerin der ältesten Kuhklasse war Stoff eine Convincertochter vom Betrieb Kaserer Anton, Wald/Pzg. konnte mit einem unglaublichen Seitenbild und einem perfektem Euter strahlen.
Zum Champion Holstein entschied sich der Preisrichter aber für die rote Fabertochter MbH Elke vom Betrieb Deutinger Christian, Mitterbachl in Saalfelden. Der Preisrichter bezeichnete Elke als Ausnahmekuh und lobte ihr Euter und den ausgewogenen Körperbau dieser Drittkalbskuh.
Den Reservechampion holte sich der Betrieb Kaserer Anton in Wald/Pzg. Seine zweikalbige Championtochter Burgi beeindruckte mit einem gewaltigen, korrekt gewachsenem Körper und hervorragendem Fundamenten mit breitem Hintereuteransatz.
Zusammenfassend kann man festhalten, dass die Salzburger Rinderzüchter eine hervorragende Zuchtarbeit leisten und Maishofen den größten Milchkuhmarkt Österreichs und Vermarktungszentrum für alle Rassen und Tierkategorien mit dieser Schau nachhaltig beworben hat.
Gedankt sei an dieser Stelle allen AusstellerInnen für die hervorragende Präsentation ihrer Tiere, den MitarbeiterInnen des Rinderzuchtverbandes für ihren Arbeitseinsatz und professionelle Abwicklung dieser Schau, sowie Pirchner Hans und seinem Team für die hervorragende Bewirtung im Festzelt, welche im Zeichen der Genussregion Pinzgauer Rind stand.
Ein weiterer Dank gilt den zahlreichen Sponsoren, welche unsere Verbandsrinderschau großzügig unterstützten.
GF Ing. Bruno Deutinger




































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