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Phänomenale Zuchttierschau in Rauris

Was in unermüdlicher, wohlwollender Zusammenarbeit geschaffen und erreicht werden kann, demonstrierten die beiden Zuchtvereine Rauris – Embach mit einer beeindruckenden Schau am Sonntag, 7. Mai. Unter der Federführung der beiden Obleute Maria Mühlthaler und Albin Sommerer schaffte ein zusammengeschweißtes Team schier Unmögliches und wurde entgegen aller Vorhersagen mit trockenem Wetter und enormen Besucheransturm belohnt.

Sichtlich begeistert zeigte sich auch der Preisrichter Reinhard Scherzer, selbst erfolgreicher Fleckviehzüchter aus Paternion/Kärnten und renommierter Rinderfachmann staunte ob der Qualität der ausgestellten Zuchtrinder, welche bei Regionalschauen keine Selbstverständlichkeit ist.

Seine Aufgabe war es, aus 15 rassenalternierenden Gruppen jeweils Sieger und Reservesieger für das Finale zu küren und Runde um Runde hörte man das Schwärmen des Preisrichters, der den ZüchterInnen größten Respekt für ihre gebotenen Leistungen zollte.
„Mit diesen Kühen ist alles gelungen, was nur gelingen kann“, waren die Worte eines Mannes, dessen Freude und Wohlgefühl förmlich spürbar war.

Das Finale der fünf Rassengruppen wurde von Holstein eröffnet und Scherzer zeigte sich begeistert von „Kühen, die zeigen, dass sie produzieren und aushalten können“. Der erste große Siegertatsch gehörte MITZI, einer dreikalbigen Velvet-Tochter von Peter Loitfellner, Örgbauer, Rauris, welche mit enormer Kapazität und Euterqualität den Sieg für die Holsteinrasse einfahren konnte.
Zur Reservesiegerin wurde ELLA, eine Duke-Tochter von Anna Schaupper, Mong in Embach gekürt - eine Kuh, ebenfalls in der 3. Laktation und in bestechender Form und zur großen Freude ihrer Besitzer, deren Züchterkarriere erst am Beginn steht!

Was Kreuzungskühe zu leisten imstande sind, belegte die Abordnung von acht PinzgauerxRF-Finalkühen. „Ein wunderbares Bild mit einer genialen Ausgeglichenheit“, bezeichnete der Preisrichter die großartige Auswahl an Kreuzungstieren und sprach von einem züchterischen Meisterstück, das hier sichtbar wurde. Schlussendlich waren es zwei Kühe aus dem Betrieb Monika u. Albin Sommerer, Steiner in Embach, welche sich in die Siegerlisten eintrugen. An der Spitze die Drittlaktierende EMBACH (V.Astor) vor Jungkuh MONA (V.Loris)  - zwei Kühe, die die Pinzgauer Veredelungszucht sensationell verkörpern!

„Ein Bild, das wir mit nach Hause nehmen sollen“, bezeichnete Scherzer die finale Gruppe der vier reinrassigen Pinzgauer-Kühen, die mit hervorragenden Fundamenten und besten Euteranlagen ausgestattet war. Am Ende triumphierten wieder Monika und Albin Sommerer, Steiner mit Jungkuh DONAU (V.Rado) vor der imposanten Fünftkalbskuh SOPHIA (V.Fasan) von Markus Rainer, Schlettern in Rauris.

Mit Spannung wurde das Finale der besten Kühe der FleckviehxRF- bzw. reinrassigen Fleckvieh-Abteilung erwartet. „Diese Kühe haben alles, was sie haben müssen“, meinte ein euphorischer Preisrichter und zollte den Züchtern größte Hochachtung. Aufgrund ihres überragenden Euters war es letztendlich die dreikalbige MARION (V.Wal) von Maria Mühlthaler, Moosreit in Rauris, die sich den Gesamtsieg vor der eleganten Jungkuh LENA (V.GS Rumgo) von Peter Loitfellner, Örgbauer sicherte.

Acht potenzielle Kandidatinnen beherrschten den letzten Finalring, wo es um den Gesamtsieg der Fleckvieh-Rasse ging. „Fleckvieh per excellence“ betitelte Scherzer die grandiose Auswahl und im Besonderen die Siegerkuh – die vielbekannte und mehrfach honorierte Viertkalbskuh GEMSE (V.Raldi) von Maria Mühlthaler, Moosreit, die sichtlich nicht zu schlagen war! Überzeugend wirkte für den Preisrichter aber auch die Reservesiegerin GUSTI (V.GS Rave) von Johann Obersamer, Neudegg in Rauris, die ihre enorme Leistungsbereitschaft klar unterstreichen konnte!

Größten Respekt verdiente sich der Auftritt einer besonderen Gruppe – neun Kühe der Rassen Fleckvieh, Pinzgauer und Holstein, die jeweils mehr als 50.000 kg Lebensleistung erbrachten und sich trotz enormen Leistungsvermögen mit unglaublicher Frische und Vitalität präsentierten!

Den großen Stellenwert der züchterischen Arbeit über alle Rassen und Haustierarten hinweg belegten die schönen Schaubilder von Noriker Pferden, Tauernschecken sowie verschiedenster Schafrassen. Für Abwechslung und Bereicherung sorgte aber auch die Abteilung der Fleischrinder – braune und schwarze Pinzgauer Mutterkühe sowie Schottische Hochlandrinder mit  Dudelsack-Begleitung und herzigem Nachwuchs begeisterten das unzählige Publikum und unterstrichen den Fleiß der bergbäuerlichen Züchterschaft von Rauris und Embach.

„Die Jugend von heute ist die Zukunft von morgen“, mit diesen schönen Worten begrüßte Landesrat Dr. Josef Schwaiger die stolze Gruppe der Jungzüchter, die mit 23 Kindern vertreten war. Lange schon unverzichtbar bei Rinderschauen zeigten diese jungen Menschen einmal mehr, dass das vieldiskutierte Schlagwort „Tierwohl“ bei den Bauern nicht Thema, sondern Anliegen ist!

Mit der Verleihung schöner handgefertigter Auftriebspreise wurde ein Züchterfest der besonderen Art abgeschlossen – eines, das in eindrucksvoller Manier gezeigt hat, dass das Gelingen nur im Miteinander und in den Stärken der Vie(h)lfalt liegt!


Allen AusstellerInnen sei an dieser Stelle von Herzen gratuliert und gedankt – sie haben nicht nur ihre besten Zuchttiere ins Schaufenster gestellt, sondern mit Freude und Stolz gezeigt, welche Herzensangelegenheit das Sichtbarmachen ihrer täglichen Arbeit ist!

Jene, die sich in monatelanger Arbeit um die Organisation und Durchführung dieser grandiosen Tierschau bemüht haben, gebührt der größte Dank - sie haben in Zusammenarbeit mit allen Züchtern, Vereinen und unzähligen Sponsoren geschafft, was seinesgleichen sucht!

Großen Respekt verdient auch Reinhard Scherzer, der sich nicht nur aufgrund seiner fairen Entscheidungen als Preisrichter verdient gemacht hat, sondern sich im Besonderen mit der unvergleichbaren Wortwahl und großen Wertschätzung gegenüber seinen Berufskollegen stets aufs Neue empfiehlt! Gratulation zu dieser Meisterleistung!

Bericht von Christina Sendlhofer

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